Die Lösung: Pfand und Rückerstattung

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Grafik: Die Aufheber

DIE LÖSUNG
Das Pfand für Zigarettenstummel in der Praxis

Wie ist das Prinzip von Auslage und Rückerstattung auf ein Pfand für Zigarettenstummel anwendbar?

  • Mit dem Kauf einer Packung Zigaretten wird ein Pfand von 4 Euro (bei 20 Zigaretten) hinterlegt

  • Bei Rückgabe aller 20 Kippen und der leeren Zigarettenpackung wird das Pfand erstattet

  • Die Rückgabe von ausländischen Kippen wird gegen eine geringere Vergütung ermöglicht

  • Die Rückgabe von gefundenen Kippen wird bei einer geringeren Vergütung für Erwachsene ermöglicht

Für jeden zurückgebrachten und mit 20 Zigaretten gefüllten Taschenaschenbecher werden vier Euro Pfand ausbezahlt.

Einen Taschenaschenbecher kann man auf zweierlei Weise erhalten.

Standardverfahren

Der/die KundIn erwirbt zu einer Schachtel Zigaretten einen Taschenaschenbecher – ähnlich dem Prinzip von Getränkekisten. Hierfür hinterlegt er/sie das Pfand von vier Euro. Zigaretten dürfen ausschließlich in Verbindung mit diesem Gefäß abgegeben werden. Vier Euro hinterlegtem Pfand stehen vier Euro ausbezahltem Pfand gegenüber.

Kippen von der Straße sammeln und Pfand kassieren?

Für einen Preis von zwei Euro kann ein Taschenaschenbecher bei jeder Verkaufsstelle auch unabhängig von einer Packung Zigaretten erworben werden. Wenn der Taschenaschenbecher gefüllt zurückgegeben wird, beträgt die Aufwandsentschädigung also de facto zwei Euro für 20 Zigaretten. Wir erwarten, dass der Staat diese Einnahme steuerfrei stellt.

Wir rechnen nicht damit, dass bei entsprechend hoher Bepfandung noch nennenswerte Mengen an Zigaretten in der Umwelt landen. Sollte dies, ähnlich wie heute schon bei Pfandflaschen und -dosen jedoch noch vorkommen, könnte deren Sammlung für bestimmte Personen eine kleine Einkommensquelle bedeuten. Thomas Novotny, Gründer des Cigarette Butt Pollution Projects und Professor für öffentliche Gesundheit bemerkt dazu: „As with bottles and cans, this [“butt deposit”] could spark both more care on the part of smokers and provide income to others who retrieve any butts that smokers discard.[1] Ferner ermöglicht die Verfügbarkeit von Taschenaschenbechern unabhängig vom Zigarettenerwerb, dass auch solche Kippen dem Recycling zugeführt werden, die nicht innerhalb des Systems erworben wurden. Dies sind vor allem Zigaretten, die im Ausland gekauft worden sind und ansonsten vermutlich zu einem großen Teil weiterhin in der Umwelt entsorgt würden.

In unseren Detailforderungen (Punkt 6) wird klargestellt, dass Taschenaschenbecher weder an Kinder abgegeben, noch ihnen Pfand ausgezahlt werden darf. Mit dieser Einschränkung wird vermieden, dass Kinder sich durch das Kippenaufsammeln gesundheitlichen Gefahren aussetzen.

Wirtschaftliche Bewertung

Das System nimmt bei jedem Verkauf einer Zigarette 20 Cent ein. Für jede Zigarette, die nicht zurückgegeben wird, verbleibt dieser Betrag im System. Wird eine dieser Zigaretten durch freie SammlerInnen zurückgeführt, zahlt das System effektiv 10 Cent aus (da bereits anteilig weitere 10 Cent für den Taschenaschenbecher eingenommen wurden; 2 Euro : 20 = 10 Cent). Der Cashflow ist also positiv für das System. Aus Überschüssen kann die Pfanderstattung für Zigaretten getragen werden, die nicht im Rahmen des Systems mit Pfand ausgegeben wurden.

Wie arbeiten aktuell an einem detaillierteren Modell der wirtschaftlichen Aspekten des Zigarettenpfands.

[1] Novotny, T. E. et al. (2009). Cigarettes Butts and the Case for an Environmental Policy on Hazardous Cigarette Waste. International Journal of Environmental Research and Public Health, 6(5), 1691–1705. Hier: S. 1698)

Das Pfandsystem im Prozessschema (exemplarisch)